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| by Nicolai Bessonov |
Bianca´s Rigidcuffs
Meine Vorliebe sind weibliche Gefangene in Handschellen , Fussfesseln , Halseisen und schweren Ketten (this blog is about bondage : handcuffs, shackles, chains , legirons and iron collars)
Willkommen auf Bianca's Rigidcuff Blog.
Wie ihr schon bemerkt habt ist nicht alles ganz ernst gemeint.
Kommentare zu den einzelnen Beiträgen sind immer gern gesehen .
Ihr könnt auch Vorschläge machen ,welche Art von Posts ihr gerne haben möchtet.
Besucht auch meine Hauptseite www.rigidcuff.com
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Montag, 17. September 2012
In den Fängen der Inquisition
Strafgefangene 784 erhält ihre Strafe
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| "Als Disziplinar-Massnahme werden wir dir 15 Hiebe mit der Gerte verabreichen" | " |
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| "Das Höschen brauchen wir nicht mehr" |
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| "Los ! Mitzählen ¨" |
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| "Na , wie schmeckt dir das ?" |
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| Nach erfolgter Bestrafung wird sie wieder gefesselt |
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| Anlegen der Fussfesseln |
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| "Bring sie zurück in ihre Zelle !" |
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| "Los , hinlegen !" |
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| "Ich hoffe das wird dir eine Lehre sein" |
Sonntag, 16. September 2012
Her Majesty's Prison
In einem britischen Militär-Gefàngnis : Eine Soldatin wird wegen lesbischer Beziehung zu einer anderen Soldatin verurteilt zur Auspeitschnung
20 Peitschenhiebe
Nach der Vollstreckung der Strafe wird sie in die Zelle gebracht
Sie bleibt gefesslt bis zum nächsten Morgen
Sonntag, 26. August 2012
Im Straflager
Annika und Vera im Straflager
Vor der Verhaftung
Es
ist ein westafrikanischer Staat, der für seine schlimmen Zustände in den
Gefängnissen bekannt ist. Doch eines Tages sollte sich in dem Land
etwas zum Besseren verändern. Durch Mithilfe aus dem Ausland und
Infragestellung aller bisherigen Grundsätze der Politik will die neue
Regierung die Verbesserung der Zustände im Land in Angriff nehmen.
Der
Ankauf von Landflächen durch chinesische Unternehmen wird an die
Bedingung geknüpft, daß ein Teil der Ernte zum Selbstkostenpreis mit
kleinem Gewinn auf den einheimischen Markt gebracht wird und
landwirtschaftliches Wissen mit
einheimischen Bauern geteilt wird. Die chinesische Unternehmen waren
bereit, auch Stràflinge auf angekauftem Land arbeiten zu lassen. Aber
viele chinesische Unternehmen wollten wissen, wie mit Stràflingen
umgegangen wird. Sie sagen zu einheimischen Vertretern, daß Zwangsarbeit
auch in China als Strafe verhängt werde und hartes Durchgreifen gegen
Straffällige und ständige Unruhestifter ihre Zustimmung haben. Aber man
wolle keinen greifbaren Anlaß für Unruhen im Land und weitere Hetze
gegen China in den weltweiten Medien bieten. Die einheimischen Vertreter
versprechen daraufhin, sich um einen Standard nach chinesischem Vorbild
in den Straflagern zu kümmern. Durch Stràflingsarbeit kann der Preis
für Lebensmittel,
die auf den einheimischen Markt gebracht werden, noch niedriger ausfallen und die Versorgung der Bevölkerung verbessern.
Wohl
auch deshalb werden die schlimmsten Mißstände in den Straflagern
beseitigt. Es wurden diesmal
unangeneldet Vertreter zur Prüfung der Haftbedingungen zu Besuch
geschickt. Man will der willkürlichen, ganz schlimmen Folter noch
entschiedener als die chinesische Regierung den Kampf ansagen und
Sauberkeit vorschreiben.
Nach einigen Verhandlungen und hitzigen
Auseinandersetzungen werden klare Richtlinien für die Sauberkeit und
Bestrafungen in Straflagern erlassen. Die Sträflinge sollen es nicht
bequem haben, aber fair behandelt werden. Unangeneldete Besuche solle es
demnäcst immer wieder geben. Vergünstigungen sollen von Stràflingen
erarbeitet werden und sie zu Fleiß ermuntern.
Nachdem einige
Veränderungen umgesetzt worden sind, ist Annika aus Bonn mit ihrer
Freundin in diesen westafrikanischen Staat gereist, nichtsahnend, daß
sie dort im Gefangenenlager landen werden. Schon in Bonn fielen sie
durch einen unsteten Lebenswandel auf. Sie hat nach der Schule ein paar
Ausbildungen angefangen und wieder abgebrochen. Außerdem liebte
sie es, wie ein Blumenkind auszusehen und wann immer es ging, barfuß
und mit dünnen Kleidern herumzulaufen. Eines Tages beschlossen sie, sich
einem Jahrmarktschausteller anzuschließen, um ständig unterwegs zu
sein. Nach einiger Zeit sind sie wegen Stehlen und Körperverletzung vor
Gericht gekommen. Aber sie sind noch einmal Geldstrafe davongekommen.
Der Jahrmarkaussteller hat sie aber daraufhin entlassen. Sie überlegten
nun, das Geld, was sie hatten, dafür aufzuwenden, um als Abenteurer nach
Afrika zu reisen. Ihr Leben sei in Deutschland ziemlich gescheitert und
als Abenteurer fernab der
spießigen Heimat könnten sie versuchen,
sich durchzuschlagen. Sie wollen auch nicht mehr der Versuchung
erliegen, zu stehlen oder Kleinbetrug zu begehen. Ihren Eltern sagen sie
nichts, weil die sie nur davon abbringen werden. Sie wollen ihnen
irgendwann einfach aus Afrika schreiben.
So kaufen sie beide
Interrail-Fahrscheine und fahren per Bahn über
Frankreich, Spanien und Marokko nach Westafrika. Sie wollen ein paar
Länder auf der Durchreise kurz kennenlernen. Zum Übernachten nehmen sie
ein Zelt mit, um Geld und Umstände bei der Buchung von Unterkünften zu
sparen.
Die Eltern, Verwandten und Bekannte der beiden Mädchen
machen sich Sorgen, nachdem sie beide seit Tagen nicht mehr gesehen
haben. Eines Tages erhalten sie Briefe aus Westafrika, wo sie erklären,
daß sie erstmal als Abenteurer durch Westafrika ziehen wollen. Aber das
steigert die Sorgen noch mehr, weil sie befürchten, daß sie der
Versuchung von Stehlen und Kleinbetrug zum Lebensunterhalt wohl auf
Dauer nicht standhalten werden. Sie sind keine üblen Mädchen, aber
umgefestigte Persönlichkeiten mit wechselhaften, verrückten Gedanken.
Hoffentlich geraten sie nicht dort ins Gefängnis. Dort sind Gefängnisse
wirklich hart. Das einzige, was sie tun können, ist das Schreiben eines
Briefes, daß sie jederzeit wieder zu Hause
willkommen sind und wir einen Weg finden, daß sie in ein geregeltes
Leben kommen.
In Westafrika geht den beiden Mädchen langsam das
Geld aus und müssen nun etwas unternehmen, um ihren Lebensunterhalt zu
verdienen. Sie haben nur ein gewöhnliches Visum für drei Monate bei der
Einreise bekommen. In ihren vorschnellen Gedanken haben sie nicht daran
gedacht, sich um ein längerfristiges Visum zu bemühen, vielleicht als
Helfer der Entwicklungshilfe. Zuerst gelingt es ihnen, als Helfer in der
Landwirtschaft unterzukommen. Doch nach Ablauf der drei Monate bewegen
sie sich als Untergetauchte im Land.
Schließlich finden sie
Anschluß an eine einheimische Bande von Vagabunden, die auch Stehlen und
Kleinbetrug auf Märkten ausüben. Inzwischen haben Annika und Vera etwas
von der Landessprache Moré gelernt. Und von zwei hellhäutigen Mädchen
haben sich die Vagabunden Aufmerksamkeit versprochen. Es war nichts
Außergewöhnliches, daß ein paar
durchgeknallte Weiße hier in Westafrika stranden. Durch die beiden
Mädchen könnten andere davon abgelenkt werden, sie bei Straftaten zu
erwischen.
Eines Tages werden Annika und Vera von der Polizei
beim Diebstahl und bei Kleinbetrug erwischt. Die einheimischen
Vagabunden konnten schnell aus der Kleinstadt ins unbebaute Umland
entfliehen, weil sie die Gegend genau kennen. Die beiden deutschen
Mädchen bleiben zurück, ehe sie bemerken, daß die Einheimischen
entflohen sind. Während die Polizei durch die helle Hautfarbe abgelenkt
war, sind sie entflohen. Es gefällt vielen Polizisten, es den
überheblichen Weißen zu zeigen, daß auch sie Gesetze in Wertafrika
haben.
Dann werden sie mit Hand- und Fußeisen gefesselt und ins
Gerichtsgefängnis gebracht. Die Langeweile in der Zelle durch
Untätigkeit macht ihnen zu schaffen. Nach einer Woche endlich werden sie
dem Richter vorgeführt. Sie werden der Dauerkriminalität und des
Landfriedensbruches wegen des umgesetzlichen Aufenthaltes angeklagt.
Sie sagen dem Richter, daß sie in Haft gerne arbeiten wollen, weil diese
Langeweile furchtbar sei. Nach einer Stunde Beratung fällt das Urteil:
Straflager mit Zwangsarbeit im Lager 23. Morgen würden sie in einem
Fußmarsch die 50 km dorthin überführt. Die Hand- und Fußeisen verbleiben
an den Verurteilten. Sie erhalten ein verläufiges Stràflingshemd für
den Fußmarsch, nachdem sie sich ganz entkleidet haben. Ein Ersuchen um
Begnadigung ist nach 10 Jahren möglich, eine Hinrichtung auf eigenes
Verlangen nach 5 Jahren. Darauf werden Annika und Vera wieder ins
Gerichtsgefängnis gebracht. Das zunächst lebenslängliche
Urteil hat
sie geschockt. Sollen sie für den Rest ihres Lebens im Straflager
verbringen in Westafrika? Wie wird es sein? Es sind so einige Gerüchte
im Umlauf, wie schlimm es dort ist. Wenigstens ist es dann mit der
ständigen Langeweile vorbei und sie werden
wieder mehr unter Mitmenschen kommen. An einfache Unterbringung kann
man sich gewöhnen.
Am nächsten Morgen kommen ein paar
Justizangestellte und befehlen Annika und Vera, sich nackt auszuziehen.
Sie müssen noch untersucht werden, ob sie in Körperöffnungen etwas
versteckt haben und ob sie gesund genug sind, um 50 km zu Fuß zu laufen.
Der untersuchende Mann erklärt, daß es für sie nicht angenehm sein
werde, aber es nun einmal unumgänglich sei. Bei der Untersuchung mit
Gummihandschuhen werde er auch weniger erotische Gefühle haben. Eine
Frau und die andere Gefangene seien Zeugen, daß er keine erotischen
Spielereien mache.
Ohne Klagen lassen Annika und Vera die
Durchsuchung ihres Körpers über sich ergehen. Sie haben lc Verständnis
dafür, daß dort etwas versteckt sein könnte. Nicht alle seinen so
einsichtige Gefangene. Nach der Untersuchung bekommen sie ein
gestreiftes Stràflingshemd. Hand- und Fußeisen haben sie bereits.
Sie dürfen sich vor dem Abmarsch noch ein wenig zurechtmachen und etwas
Mineralwasser trinken. Das Barfußlaufen sind die beiden gewöhnt. Sie
dürfen auch am Straßenrand neben dem heißen Asphalt laufen. Ab und zu
halten sie Eiswürfel, die sie im Gerichtsgefängnis mitbekommen haben,
zur Abkühlung an Hauptschlagadern, um den Fußmasch erträglicher bei der
Hitze zu machen. In Ortschaften ernten sie sowohl verächtliche als auch
erstaunte Blicke. Manche finden den Anblick von Stràflingen mit ihrem
Hemd und barfuß einfach reizvoll. Und barfüßige Hellhäutige sorgen
sowieso für bewundernde Blicke. Ein paar Mal wird den beiden neben
verächtlichen
Rufen auch zugerufen, wie wunderschön sie sind und daß hellhäutige Füße
und blonde Haare einfach toll aussehen. Einmal machen sie Rast.
Ein
paar Einheimische fassen den Mut und sprechen Annika und Vera an.
Während die Verächter nur von ferne rufen, sind jene, welche sie
ansprechen, eher
neugierig. Die Justizangestellten lassen sie gewähren. Annika und Vera
erzählen davon, daß sie sich einer einheimischen Vagabundengruppe
angeschlossen hatten und auch gestohlen und betrogen haben. Ihr Visum
sei schon lange abgelaufen, was hier als Landesfriedensbruch gewertet
wird. Sie seien auch ziemlich leichtsinnig nach Afrika aufgebrochen. Die
Einheimischen versuchen, ihnen Mut zuzusprechen. Es sei eine
jugendlicher Leichtsinn mit schweren Folgen. Sie sähen nicht aus wie
Verbrecher oder hochnäsige Europäer, die plötzlich mit dem einheimischen
Gesetz Bekanntschaft machen. Nach 10 Jahren würden sie doch bestimmt
begnadigu oder könnten vorher nach Deutschland überstellt werden, wenn
sie sich nicht auffällig verhalten. Sie geben noch zu bedenken, daß
gewiß auch im Straflager
Freundschaften
geschlossen werden können.
Annika und Vera meinten, daß sie es selbst schuld seien und noch nicht
wirklich im Erwachsenensein angekommen seien.
Sie würden sich schon irgendwie dran gewöhnen. Zum Schluß wünschen die
Einheimischen noch alles Gute und bringen etwas zu trinken und ein paar
Happen zu essen.
Am Abend kommen sie im Straflager 23 an. Dort
müssen sie ihr Stràflingshemd des Gerichtsgefängnisses ausziehen und
erhalten eines mit der Zahl 23 auf den Ärmeln. Die Aufseherin erklärt
den beiden den Alltag und die Regeln wie folgt:"Vergünstigungen und
Vertrauen sind zu erarbeiten. Wer fleißig ist, erhält als Belohnung
Vergünstigungen wie z. B. Besuche. Wer sich als vertrauenswürdig
erweist, dürfe zu Arbeitseinsätzen in die Stadt und sich auch in Läden
vom Taschengeld, daß die Stràflinge für ihre Arbeit erhalten, etwas
kaufen. Monatlich gibt es ein Grund-Taschengeld von 15.000 CFA-Franc,
was etwa 25 Euro entspricht. Es wird in der Lagerverwaltung aufbewahrt
und wird bei Bedarf in bar ausbezahlt. Die Arbeitszeit ist von 8.30 bis
18.30 von montags bis freitags mit
einstündiger Mittagspause. Samstags ist um 16 Uhr Arbeitsschluß und
sonn- und feiertags ganztägig arbeitsfrei. In der Gruppe ist ein
Gottesdienstbesuch in einer Kirche oder des
Freitagsgebets in der
Moschee in der Stadt möglich. Wer fleißig arbeitet, dürfe auch
zwischendurch kleine Pausen einlegen. Ein paar Stràflinge, die für den
Mahlzeitsdienst bestimmt sind, laufen eine Stunden früher zurück zum
Lager."
Sie führt weiter aus:"Jede Hütte beherbergt 20
Sträflinge, ist mit Stroh ausgelegt und hat daneben eine
Gemeinschaftsdusche im Freien zur täglichen gemeinsamen Körperreinigung.
Kämme, Hautraspel, Nagelscheren, geraspelte Seife und Zahnbührsten
befinden sich in den Hütten. Jeder Sträfling muß sich täglich mit
geraspelter Seife duschen. Weder in der Stadt noch bei Besuchen soll
sich ein unzumutbarer Anblick und Geruch bieten. Außerdem sollen sich
Krankheitskeime nicht ausbreiten. Am Samstag werden die Körper der
Sträflinge auf Sauberkeit untersucht. Wenn im Arbeitsgebiet kein
Brunnen in der Nähe ist, müsse sich jeder einen Kanister Wasser
mitnehmen. Bei scheinender Sonne muß jeder Stràfling ein Kopftuch
tragen, um keinen Sonnenstich zu bekommen und bei der Arbeit
auszufallen. Fehlverhalten wird mit Peitschenhieben und Käfig bestraft.
Drogenbesitz und mehrmals straffälliges Verhalten gegenüber
Mitstràflingen und Bediensteten werde
nicht geduldet und werde durch
den Strang geahndet. Eine Nachtwache sorge auch zur Nachtruhe dafür, daß
Fehlverhalten nicht ungeahndet bleibe und unterbunden werde. Nachtruhe
ist ab 23 Uhr, samstags ab 0 Uhr. Zweimal wöchentlich müssen die
Stràflinge ihr knielanges Hemd waschen und einmal wöchentlich ihre
Hand-und Fußeisen polieren. In jeder Hütte befinden sich zwei Einer für
Notdurft und Kalk zum Verfüllen. Morgens werden sie ausgeleert. Tagsüber
am Arbeitsplatz gibt es Aborte mit Kalk zum Abdecken. Falls Sie
sich zum Arbeiten zu krank fühlen, müssen Sie sich bei einem Aufseher
melden, worauf eine Untersuchung veranlaßt wird. Bei Arbeitsunfähigkeit
bleibt der Stràfling in der Hütte und wird mit Trinkwasser und
gegebenfalls mit einfachen Medikamenten versorgt. Sterbenskranke
Sträflinge werden zum Sterben in Sterbelager verlegt. Haben Sie alles
verstanden und haben noch Fragen?"
Sie bejahen das und haben
keine und fragen, ob sie nach Deutschland anrufen dürfen. Darauf erklärt
die Aufseherin noch, daß wöchentlich 10 Minuten Fernsprechen erlaubt
seien. Auslandsgespräche werden mit dem Taschengeld verrechnet. Briefe
werden vor dem Abschicken vorher gelesen. Die Briefe von Ausländern
werden dann elektronisch verschickt, weshalb sie eine Netzanschrift oder
Faxnummer angeben müssen. Die Aufseherin, welche auch für ihren
menschlichen Umgang mit Sträflingen bekannt ist, führt noch aus, daß sie
nichts zu befürchten haben, wenn sie sich folgsam
verhalten. Es gebe unter den Stràflingen auch ein paar umgängliche
Menschen. Sie sagt zum Schluß noch, daß Straflager und Urteile in diesem
Land für Menschen aus Industrieländern erstmal ein Schock seien. Aber
sie werden sich bald sicherlich an das Leben als Sträfling gewöhnen.
Hochnäsige, uneinsichtige Westler machen sich das Schicksal hier doppelt
schwer.
Beide rufen ihre Eltern an und erklären kurz, was
geschehen ist. Sie erklären noch, daß in nächster Zeit eine
Netznachricht ankommen wird und fragen nach deren Netzanschriften. Die
Eltern der beiden brechen in Tränen aus und versichern, daß sie bald
kommen werden.
Annika und Vera werden dann in ihr zukünftiges
Zuhause gebracht und an ihrem Liegeplatz angekettet. Morgen werde man
die Liegeplätze neu verteilen, so daß beide nebeneinander liegen und mit
den anderen beiden Europäerinndn in einer Hütte sein werden. Ein paar
Stràflinge stellen sich gleich vor und meinen,
daß es sie freut, nun zwei weitere, hellhäutige Schönheiten in ihren
Reihen zu haben. Sie erzählen, daß früher alles viel schlimmer gewesen
sei und man es jetzt zumindest im Lager aushalten könne. Wenigstens sei
Waschen jetzt Alltag im Lager und nicht mehr Gestank ungewaschener
Körper. Jetzt könne man sich in der Stadt ohne entsetztes Zurückweichen
der freien Bürger blicken lassen.
Der Alltag im Lager
Am
Morgen werden sie dann um 7 Uhr geweckt. Um 7.30 Abmarsch zur
Feldarbeit. Die Neuen werden erst einmal nur zur Feldarbeit eingesetzt.
Bis dahin binden sich die beiden die Haare zum Pferdeschwanz, weil
offene Haare bei der Arbeit eher stören. Sie gehen noch einmal kurz
unter die Dusche und ziehen sich ihr Sträflingshemd an. Für ungeübte
Hände ist es ein wenig schwierig, wenn sie in Ketten liegen. Annika und
Vera helfen sich gegenseitig beim Anziehen der Sträflingshemden. Dann
werden einige Sträflinge zum Abmarsch
aneinandergekettet und erhalten ein kleines Brot, was sie sich in eine
der beiden Hemdstaschen stecken. Jene, die sich Vertrauen erarbeitet
haben, werden nicht an andere gekettet. Dann geht es barfuß über
staubige Wege zum Feld. Dort müssen sie Bewässerungsgräben vom Brunnen
zum Feld angelegt werden. Unterwegs reden Annika und Vera miteinander
über ihre Gedanken. Vielleicht ist Arbeitslager doch besser als ständig
im Knast zu
verschmoren. Vielleicht gewohnt man sich wirklich an das
Gefangenendasein. Die beiden freuen sich zumindest darauf, von jetzt an
rund um die Uhr barfuß zu laufen.
Die andere Europäerin in der
Hütte ist gerade 15 Jahre alt, meldet sich zu Wort. Sie erzählt, nachdem
Annika und Vera meinten, sie solle Moré, weil sie kein Französisch
sprechen, wie folgt:"Ich fühle sich inzwischen ganz wohl und habe
erkannt, daß das Straflager der richtige Ort für mich ist." Annika fragt
erstaunt, wie sie darauf kommt.
Außerdem möchte sie wissen, woher sie kommt. Sie spricht weiter:"Ich
komme aus Orleans in Frankreich, heiße Florence und bin 15 Jahre alt.
Ich bin leicht zu falschem Tun verführbar und komme im Straflager auf
keine dummen Gedanken. Meine große Schwester ist im Entwicklungsdienst,
weshalb ich mit meinen Eltern vor rund anderthalb Jahren für geplante
vier Wochen hierhergekommen bin. Ich habe zu Hause große Sorgen
bereitet, weil bin regelmäßig gewalttätig geworden und habe manchmal
dabei ein Taschenmesser benutzt. Ich bin mit einer Kinderbande
umhergezogen. Meine Eltern dachten die, eine längere
Fernreise ohne
die Bande sei hilfreich. Doch als ein paar einheimische Jugendliche uns
bedrängt hatte, um von uns Europäern etwas zu bekommen, bin ich
ausgerastet und habe einen Jungen schwer verletzt."
Sie wird
nachdenklich und spricht dann weiter:"Als ich das Urteil hörte, nämlich
Zwangsarbeit mit Begnadigungsmöglichkeit nach 8 Jahren
oder Hinrichtung nach frühestens 4 Jahren ist mir erst richtig klar
geworden, wie ich mich schon in meinen gerade 13 bald 14 Jahren zum
Schlechten entwickelt hatte. Dann plötzlich kam die erwachsene Seite
stark aus mir heraus. Ich habe zu meinen Eltern regelrecht befehlend
gesagt, sie sollen nicht versuchen, mich hier rauszuholen.
Ich bin
leicht auf dumme Gedanken zu bringen und habe auch zu Hause viel Mist
gebaut. Jetzt wollte ich als Buße dafür mein Schicksal als
Kettensträfling annehmen. Das habe ich noch vor Gericht deutlich gesagt
und auch, daß die Presse sowohl hier als auch im Ausland sich sehr
zurückhalten soll. Meine Eltern waren überrascht."
Sie wirkt ein
wenig traurig, als sie weitererzählt:"Mein Verhältnis zu meinen Eltern
ist nicht sehr gut und zu Hause habe ich nie gute Freunde und eine
schwere Kindheit gehabt. Das war neben der Angst, durch viel Wirbel um
sie als Sträfling zum Außenseiter zu werden, der Grund, daß
ich entschieden abgelehnt habe, hier herausgeholt zu werden. Ich bereue
ihre Entscheidung überhaupt nicht. Meine große Schwester hat mir
versprochen, gegen Medien, die über ihr Schicksal ausgiebig und
reißerisch berichten, vorzugehen. Mit meiner großen Schwester verstehe
sie mich gut."
Sie redet weiter:"Neben Mißgunst seitens einiger
Mitstràflinge schweißt das gemeinsame Schicksal mit anderen wiederum
zusammen. In Freiheit habe ich noch nie so viel Vertrautheit erlebt wie
hier. Ich die nächsten Jahre auf jeden Fall hier bleiben. Wenn ein
Freund oder eine Freundin sich eines Tages entschließt, um Begnadigung
zu ersuchen, werde ich vielleicht dasselbe tun und mit ihm oder ihr in
eine Wohnung oder Hütte ziehen. Aber vielleicht werde ich auch bis ans
Lebensende hier bleiben. Fest steht für mich, daß ich hier im Land
bisher am glücklichsten war, auch wenn das widersinnig klingt und will
aus diesem Land nie wieder weg. Hier habe ich
Freunde gefunden. Das ist mehr wert als Wohlstand. Die Arbeiten mache
ich gerne. Wenn sie abends müde ist, freue ich sich schon auf meinen
Liegeplatz, die gemeinsame Mahlzeit und das Einschlafen im Stroh
angelehnt an die Liegenachbarin. Allerdings weiß ich nicht, wie ich mich
früher bei den
entsetzlichen Zuständen gefühlt hätte."
Annika
sagt nun:"Ich verstehe Dich. Bei uns ist das etwas anders. Wir haben
etwas Heimweh nach Eltern und Freunden. Das ist bei Dir ja anscheinend
nicht der Fall."
Sie führt weiter aus:"Nein, Heimweh habe ich gar
nicht. Ich würde wohl in Frankreich ein paar Mitsträflinge so sehr
vermissen. Es ist klug gewesen, erträgliche Zustände in den Straflagern
zu schaffen, weil so die Lager viel einfacher zu führen sind. Es gibt
noch viel weniger Fluchtversuche als früher unter Androhung von
schwerster Gewalt und Demütigung, wie erzählt wird. Seit einem Jahr hat
es hier schon keinen einzigen Fluchtversuch
mehr gegeben, weil es ein paar Aufseher verstehen, den meisten
klarzumachen, daß sie ein gerechtes Urteil bekommen haben. Wer
Peitschenhiebe oder Einzelbunker bekommt, hat es auch verdient. Immerhin
darf meine große Schwester mich sonntags eine Stunde besuchen. So viel
habe ich bereits erarbeitet. Ich habe die Furcht, daß ich in Freiheit
wieder in alte Bahnen zurückfallen würde. Vielleicht ist das ja nach 10
Jahren anders."
Die Arbeit ist für Annika und Vera als Neulinge
sehr anstrengend. Sie erinnern sich an die Ausführung bei ihrer Ankunft,
daß man sich Vergünstigungen erarbeiten muß. Also alles geben! Dann
endlich Mittagspause unter ein paar Bäumen. Die anderen Stràflinge
versichern ihnen, daß sich ihr Körper dran gewöhnen wird. Abends,ist
Rückmarsch. Drei waren vorher zurückgegangen, um im Lager das Essen
vorzubereiten. Dann müssen alle im Lager unter die Dusche und sich mit
geraspelter Seife reinigen. Annika und Vera
versuchen, die Hemmung, sich vor allen nackt auszuziehen, auszublenden.
Zumal der Staub und Schweiß vom Tag die Freude über die Dusche die
Scham überwiegen läßt. Auch wenn es keine gewohnte Badewanne oder die
Dusche für einen allein ist, tut es gut. Dann erhält jeder eine Schale
mit Reis und Gemüse und dazu einen Löffel. Obwohl das Essen einfach ist,
schmeckt es nicht schlecht. Dann geht es in die Hütte. Annika und Vera
bitten darum,
jetzt schon angekettet zu werden. Sie sind so totmüde,
daß sie mit dem Schlafen nicht bis 23 Uhr warten wollen. Das wird dann
auch gemacht. Sie haben tatsächlich einen Tag Zwangsarbeit überstanden
und haben schon angenehme Gespräche mit Mitsträflingen gehabt! So
vergeht die Woche. Am Samstagabend bekommen sie ein Blatt Papier mit
einer Nachricht von ihren Eltern. Sie schreiben, daß es ihnen leidtut,
daß sie im Straflager sind und in zwei Wochen kommen werden, um mit
einem Rechtsanwalt etwas zu
unternehmen und an die deutsche Presse zu gehen. Sie schreiben zurück,
daß sie es selbst schuld seien und es nicht so schlimm wie befürchtet
sei. Sie hätten sich mit anderen schon angefreundet. Eigentlich sei es
besser, zu arbeiten als den ganzen Tag Wände anzustarren. Unter einigen
Mitsträflingen werden sie für ihre helle Hautfarbe und blonden Haare
bewundert. Sie bittet darum, noch etwas abzuwarten, bevor sie von zu
Hause etwas unternehmen.
Annika gibt gegenüber Vera zu, daß sie
schon immer eine masochistische Neigung habe. So langsam gefalle Ihr die
Rolle als Sträfling. Die Fuß- und Handeisen möge sie auch an sich. Vera
meint auch, daß sie sich an das Lagerleben gewöhnt habe. Annika spricht
schließlich von Gefängnisromantik.
Dann kommen die Familien der
beiden Mädchen zu Besuch. Sie dürfen Annika und Vera eine Stunde lang am
Samstag und am Sonntag sehen. Weil sie sich einwandfrei verhalten haben
und die Familien von
weither kommen müssen, wird es ihnen zugestanden. Es fließen Tränen und
innige Umarmungen. Es wird angemerkt, daß sie trotz der Ketten und des
Sträflingshemdes überraschend gut aussehen und sie erleichtert seien,
daß die beiden ihr Lächeln nicht verloren haben. Beide sagen, sie haben
ihr Schicksal angenommen und es gehe ihnen gut. Der Aufseher, der dabei
ist, hat Tränen in den Augen und fragt, ob er mal etwas sagen dürfe.
Alle nicken zustimmend, nachdem Vera und Annika für ihre Familien
übersetzt haben. Dann sagt er, daß die beiden zwar auf die schiefe Bahn
gekommen waren, aber im Lager sich als liebenswerte Mädchen zeigen.
Annika
und Vera machen ihren Eltern klar, daß sie nicht gegen ihr Urteil
vorgehen sollen. Der Ausgang sei ungewiß und mache sie dann zu
Sonderlingen. In ein paar Jahren sehen sie weiter. Außerdem befürchten
die beiden, daß sie im deutschen Gefängnis lange Zeit Langeweile haben
werden. Sie fürchten auch,
daß im deutschen Gefängnis mehr üble Verbrecher sind als hier in
Westafrika im Lager aufgrund der strengeren Urteile als in Deutschland.
Die Familie eines Mitstràflings hat angeboten, daß die Angehörigen und
Freunde von Annika und Vera demnächst bei ihnen während ihrer Besuche
unterkommen
Vera fragt die Mitstràflinge, was das soll mit dem
Satz im Urteil "Hinrichtung nach frühestens 5 Jahren". Darauf erklärt
ein Mitsträfling, daß es manchmal Menschen gibt, die zur Reue kommen und
dann ihr leben selbst als verwirkt ansehen. Außerdem gibt es solche,
die sich mit dem Sträflingsdasein nicht abfinden wollen und lieber
sterben wollen. Außer bei Verbrechen will man aber den Verurteilten
unbedingt noch etwas für die Allgemeinheit leisten lassen. Das mit dem
Ersuchen auf Begnadigung und dem Verzicht auf feste Haftzeiten hat den
Sinn, daß Stràflinge beweisen sollen, daß sie sich gebessert haben.
Andererseits zeigt die Erfahrung, daß
manche langjährige Stràflinge in der Freiheit nicht zurechtkommen. Das
liegt teilweise auch an der Persönlichkeit mancher, die straffällig
werden. Keiner soll hier gegen den Willen entlassen werden. Im Gegensatz
zu vielen Industrieländern kostet die Unterbringung wegen der Arbeit
der Stràflinge und der
einfachen Hütten unterm Strich kein Geld. Es bringt sogar noch ein wenig Geld ein."
Annika
fragt :"Wer will denn nicht in die Freiheit zurück?" Der Mitsträfling
antwortet:"Nach ein paar Jahren werdet ihr es besser verstehen, was ich
Euch erzählt habe."
Annika und Vera gewinnen schnell das
Vertrauen von Mitstràflingen und Aufsehern. Es gibt natürlich auch
Mitsträflinge, die Streit suchen und sich sehr grob benehmen, weil sie
aus äußerst einfachen Verhältnissen kommen. Aber sie haben gelernt, sich
nicht herausfordern zu lassen. Sehr streitsüchtiges Verhalten wird auch
mit Peitschenhieben und Käfig bestraft, so daß im Lager
meistens keine größere Unruhe vorkommt.
Eines Tages werden
Annika und Vera für Arbeiten in der nahegelegenen Stadt eingeteilt. Sie
haben sich mittlerweile sehr an das Lagerleben gewöhnt und nach ein paar
Tagen schämen sie sich gar nicht mehr, als Sträflinge in der Stadt
erkannt zu werden. Die Gemeinschaft mit anderen hilft allen,
verächtliche Blicke und Rufe wegzustecken. Aber es gibt auch freundliche
Gespräche während der Mittagspause. Ein paar Einheimische kommen auf
Vera und Annika zu und sprechen mit ihnen:"Einige behandeln Euch wie
Dreck. Wir möchten Euch zeigen, daß Ihr für uns Menschen seid, auch wenn
Ihr auf die schiefe Bahn geraten ward. Es ist bestimmt hart für Euch,
hier in solch einem Lager zu leben." Darauf antwortet Vera:"Wir haben
großen Mist gebaut, wofür wir jetzt Sträflinge sind. Die ärmeren
Lebensbedingungen geben uns als Europäer nicht das Recht, uns erhaben zu
fühlen. Uns feige mit Hilfe europäischer
Anwälte und Behörden aus der Verantwortung zu stehlen
kam für uns
nicht in Frage. Nur bei schwerer Folter hätten wir um Hilfe aus Europa
ersucht. Die deutsche Justiz ist vielfach zu lasch." Dann wünschen die
Einheimischen ihnen noch alles Gute und meinen, sie sehen sich die
nächsten Tage bestimmt noch öfter.
Am Abend erzählt ein
Mitsträfling etwas, was ihnen die Sprache verschlägt. Eine Frau mit
Namen Oboya erklärt, daß sie ab morgen nicht mehr hier in der Hütte sein
wird. Sie werde morgen hingerichtet, nachdem das Gericht nach ihrem
Antrag, die Reststrafe in die Todesstrafe umzuwandeln, einen Termin
festgesetzt hat. Die 5 Jahre Arbeitslager seien für sie um, wo das
möglich ist. Nach einigen traurigen und erschrockendn Blicken und Fragen
erklärt sie weiter, daß sie ihr Leben verwirkt habe und lieber sterben
will als mit ihren Schuldgefühlen weiterzuleben. Als Zeichen ihrer
wahren Reue für ihr früheres Leben hat sie für
sich verlangt, vor der Stadt gepfählt zu werden. Es wird ganz still in
der Hütte. Als sie am nächsten Morgen zur Hinrichtung geführt wird,
umarmen fast alle sie und haben Tränen in den Augen. Nur drei aus der
Hütte meinen, sie sei eine Hure und sie seien froh, wenn sie nicht mehr
hier ist. Darauf wird Florence sehr wütend
und prügelt auf die
Spottenden ein. Ein Aufseher schreitet ein und führt Florence ab. Als er
sie streng ansieht, sagt sie aufgeregt:"Wieder hat mein grenzenloser
Jähzorn mich zu Gewalt verleitet wie schon zu Hause. Ich schäme mich
dafür. Bitte straft mich dafür, wie ich es verdient habe." Der Aufseher
antwortet:"Sollst Du kriegen. Zwanzig Peitschenhiebe und zwei Wochen
Käfig. Aber diejenigen, die Oboya beschimpft haben, bekommen auch ihre
Strafe dafür."
Florence wird zum Käfig geführt, der noch auf dem
Boden steht. Ihr wird befohlen, sich ihr Sträflingshemd auszuziehen und
sich in den Käfig zu setzen. Der
Käfig besteht aus Stahlgittern, die zum sitzen nicht gerade bequem
sind. Dann wird die Käfigtür geschlossen, nachdem Hand- und Fußketten
zusammengekettet worden sind. Dann wird der Käfig an einem Querbalken
hochgezogen. Dann sagt der Aufseher noch:"Das Auspeitschen sparen wir
uns für heute Abend nach der Mahlzeit auf, wenn die anderen von der
Arbeit zurück sind. Du wirst getränkt und gefüttert, weil es in dieser
Fesselung selbständig nicht möglich ist. Die Körperreinigung erfolgt
durch gründliches Abspritzen."
Dann kommt der Abend. Florence
wird von Mitsträflingen Essen und Trinken zugeführt. Sie erklärt dann
denen, die es nicht gesehen haben, zögerlich, was geschehen war. Sie
finden die harte Bestrafung etwas ungerecht, weil ihr Ausrasten nicht
ohne Grund war. Darauf meint Florence, daß ihre Bestrafung doch ihren
Sinn hat, weil sie nicht hätte dermaßen die Gewalt über sich hätte
verlieren sollen. Schließlich wird sie noch
einmal zu Boden gelassen und dann aus dem Käfig geholt, um zwanzig
Peitschenhiebe zu bekommen. Sie erhält sie in der Fesselung mit
aneinandergeketteten Hand- und Fußeisen. Sie wird an den Fuß- und
Handfesseln am Querbalken, wo auch der Käfig hochgezogen wird,
hochgezogen. Sie stöhnt zuerst und läßt dann auch ein paar
Schmerzensschreie heraus. Als sie wieder heruntergelassen wird, sagt sie
noch:"Danke für die Peitschenhiebe" Der ausführende Aufseher schaut
etwas verunsichert. Daraufhin meint Florence:"Ich meine das Ernst.
Ich darf mich nicht zu Gewalt und Straftat hinreißen lassen.".
Auch
die drei Sträflinge, die Oboya beschimpft hatten, sind in Käfige
gesperrt und werden für die Peitschenhiebe heruntergelassen und dann an
den Hand- und Fußeisen befestigt hochgezogen. Dann warnt der Aufseher
davor, wüste Beschimpfungen loszulassen. Weil es für jede Beschimpfung
einen Peitschenhieb mehr gibt. Dann hört man Stöhnen und auch ein
paar Schmerzensschreie. Danach werden sie wieder in ihre Käfige
zurückgebracht und diese hochgezogen. Die drei haben aber nur je 10
Peitschenhiebe und fünf Tage im Käfig als Strafe verordnet bekommen. Es
herrscht im Lager betretene Stille.Zum Schluß werden die Wunden der
Sträflinge im Käfig noch abgewaschen, um Keime in den Wunden zu
verhindern.
Dann äußert Annika, daß sie sich bei der
Ausreitschuung sehr erregt gefühlt habe. Sie hätte gerne auch welche
bekommen. Sie würde auch gerne einmal im Käfig sitzen. Aber dafür
gewalttätig werden, um diese Strafe zu bekommen, kommt für sie nicht in
Frage. Vera ist erstaunt und meint dann, sie solle doch einfach einen
Aufseher fragen, ob sie nicht einmal Peitschenhiebe bekommen kann. Mehr
wie ablehnen werde er oder sie gewiß nicht. Dann, am nächsten Morgen,
hat sie tatsächlich einer Aufseherin gesagt, daß sie gerne nachempfinden
würde, was die arme Florence gefühlt hat. Als sie zum
Mahlzeitendienst eingeteilt ist, meinte Uginda, daß sie ihr zehn
Peitschenhiebe geben könne, wenn keiner etwas sieht. Denn sonst gehe das
Gerede los, was sie verbrochen hat. Sie solle niemandem etwas erzählen.
Sie wolle ihr nur deshalb diesen verqueren Wunsch erfüllen, weil sie so
ein liebenswertes Mädchen ist. Als Annika zehn Hiebe bekommen hat, sagt
sie zu
Uginda:"Vielen Dank. Wenigstens einmal ausgepeitscht werden
gehört doch zum Sträflingsleben." Am Abend zeigt Annika Vera heimlich
und stolz die Striemen. Darauf meint Vera, daß sie doch recht hatte, daß
sie einmal beiläufig fragen solle. Dann, als sie wieder
aneinandergekuschelt in der Hütte liegen, sagt Annika zu Vera, daß sie
es inzwischen hier in der Hütte abends vor dem Einschlafen richtig
gemütlich findet.
Nach zwei Wochen kommt Florence zurück in die
Hütte und zur Arbeit. Sie fängt an zu erzählen:"Das war über so lange
Zeit ganz schön unbequem in dieser nach vorne
gebeugten Haltung. Mir tun immer noch die Knochen weh. Endlich darf ich
wieder wie ein Mensch arbeiten und selbständig essen. Trotzdem war die
Bestrafung gerecht. Wie die Wärter auch auf Proteste gesagt haben,
bricht hier irgendwann ein völliges Durcheinander aus, wenn
Ausschreitungen nicht hart bestraft werden. In Westeuropa wird doch viel
zu lasch bestraft. Und dann beschweren sich einige noch darüber. Sollen
die doch mal hier ins Arbeitslager kommen. Wie schön, wieder mit Euch
hier einzuschlafen." Einige Mitsträflinge in der Hütte sagen dann
"Herzlich willkommen zurück. Bitte laß Dich nicht wieder so zum
Gewaltausbruch hinreißen. Das könnte das nächste Mal Deine Hinrichtung
sein." Florence antwortet:"Ich hoffe, daß ich es endlich schaffe, ein
friedlicher Mensch zu werden.
Wenn die mich dann beim nächsten
Gewaltausbruch hinrichten, habe ich es nicht besser verdient. Dann kann
man mich auf die Menschheit nicht mehr loslassen." Leider
läßt sich Florence zu weiteren kleineren Ausschreitungen hinreißen und
erhält dafür Peitschenhiebe und ein paar Tage Käfig.
Das
Schicksal meint es zunächst mit Florence nicht so gut. Eines Tages
beleidigt ein Mitsträfling Florence als französische lesbische Hure,
weil sie ihm nicht befriedigen wollte und kurz danach Annika und Vera
umarmt und weint. Sie rastet diesmal wieder aus und schlägt den
Belästiger in der Mittagspause nieder. Andere Mitsträflinge greifen ein,
um Schlimmeres zu verhindern. Nachdem sich die Lage wieder etwas
beruhigt hat, erkennt sie das Ergebnis ihres Gewaltausbruchs. Weinend
redet sie auf den herbeieilenden Aufseher ein:"Ich ändere mich nie. Was
habe ich wieder getan? Ist er bewußtlos? Bitte hängt mich. Ich habe
nichts anderes verdient. Sie haben mich schon zu oft vor dem Strang
bewahrt. Mein Leben ist verwirkt. Eigentlich habe ich einen qualvolleren
Tod verdient. Ich will wie die Frau damals gepfählt
werden. Ich will nur meine Familie noch mal sehen. Bitte." Dann wird
sie in den Käfig gesteckt. Annika und Vera fragen, ob sie nach Rückkehr
von der Arbeit etwas mit Florence reden dürfen. Es wird ihnen bis zur Nachtruhe gestattet.
Annika
sagt dann:"Wir sind so tief betroffen von Deinem Schicksal. Eigentlich
hast Du die Todesstrafe nicht verdient. Du hast Dich einfach kaum im
Griff. Aber Du bist im Herzen kein schlechter Mensch."
Darauf Florence:"Aber ich habe Menschen schon halb tot geschlawill ich auch sterben."
Darauf
Vera:"Bitte hör auf damit. Denke mal an die Mitsträflinge, die Dich
mögen. Du hast noch eine Chance verdient. Du bist gerade 18. Willst Du
die für immer jetzt zurücklassen? Dieser Scheißkerl gehört hingerichtet,
aber nicht Du! Wir schreiben zusammen einen Brief ans Gericht, wo Du
die ganzen Annäherungen bei der Arbeit, seit er in unserer Hütte ist,
schilderst"
Florence stimmt ihr schließlich zu.
Nachdem sie mit Vera gesprochen hat, ruft sie die Aufseherin herbei und
bittet darum, bis zum Morgen nahe bei Florence in einen Käfig gesperrt
zu werden. Nach etwas Zögern läßt sie einen Käfig herunter auf den Boden
und Annika steigt mit Mühe hinein, nachdem sie sich ihr Sträflingshemd
ausgezogen hat. Dann zieht sie den Käfig wieder hoch. Vera kommt
herbeigelaufen und sagt:" Bukungo hat schon mehrere Annäherungrversuche
an Florence gemacht. Ich und Annika sind Zeugen. Auch drei Mitsträflinge
haben sich als Zeugen gemeldet. Die Aufseherin meinte dazu:"Wir werden
Eure Hütte besonders im Auge behalten. Dieser Scheißkerl kann es nicht
lassen. Er soll entweder in ein Lager für Schwerverbrecher kommen oder
an den Galgen. Dieser Scheißkerl. Hat den Richter erfolgreich verarscht
und der hat geglaubt, daß er kein Fall für Schwerverbrecherlager ist."
Dann
sagt Florence zu Annika:"Das werde ich Dir nie vergessen! Wie soll ich
das wieder gut
machen? Das haben sie bestimmt deshalb gemacht, weil Du Dir so viel
Vertrauen erarbeitet hast. Ich wünschte, ich hätte mich so im Griff wie
Ihr" Darauf Annika:"Ich habe Dich gern. Das tue ich doch gerne für Dich.
Außerdem habe ich eine masochistische Neigung und verbringe gerne in
diesem Käfig. Beruhige Dich. Ich bin heute macht ganz nah bei Dir. Ich
behalte Dich in Zukunft mehr im Auge." Weil beide totmüde sind, schlafen
sie trotz der Enge ein.
Am Abend des nächsten Tages, nachdem
Annika von der Arbeit zurück im Lager ist, wird Florence ins Büro zum
Lagerleiter geholt. Annika und Vera gehen mit dorthin. Dann sagt
Florence:"Wegen ein paar Mitsträflingen, die sie nicht zurücklassen
will, will ich lieber eine andere harte Bestrafung als die Hinrichtung.
Aber ich habe verdient, den ganzen Oberkörper blutig gepeitscht zu
bekommen und die schlimmste Arbeit zu erhalten." Darauf Annika:"Wir
haben sie zur Vernunft gebracht. Dieser Scheißkerl
hat eher die Hinrichtung verdient als Florence." Darauf erwiderte der
Lagerleiter:"Das sehe ich nach den Schilderungen der Aufseher genauso.
Der Scheißkerl muß weg. Entweder ins Schwerverbrecherlager oder an den
Galgen. Der ist heute bei sexuellem Mißbrauch eines Mitsträflings
erwischt worden. Ich werde das dem Gericht mitteilen." Darauf verlassen
sie das Büro.
Dann geht Annika zu Ubungo und beschimpft ihn als
Hurenbock und tritt ihn in den Bauch. Darauf ruft sie die Aufseherin und
sagt:"So, jetzt sperrt mich neben Florence in den Käfig und verabreicht
mir Peitschenhiebe. Aber das mußte ich loswerden, auch wenn ich sonst
hier immer lammfromm bin." Dann folgt sie der Aufseherin zu den Käfigen,
zieht sich ihr Sträflingshemd aus und steigt in den Käfig, worauf die
Hand- und Fußeisen miteinander verbunden werden. Sie besteht darauf,
zwei Wochen im Käfig eingesperrt zu werden und mindestens zehn
Peitschenhiebe.
Zwei Tage später
kommt die Entscheidung des Richters. Ubungo wird morgen in der Stadt
durch den Strang hingerichtet. Florence wird nicht hingerichtet. Sie
soll mindestens vierzig Peitschenhiebe und drei Wochen Käfig bekommen.
Es heißt aber, daß sie bei der nächsten Gewalttätigkeit hingerichtet
werden muß. Außerdem wird die Zeit bis zur möglichen Begnadigung auf 15
Jahre seit Verhaftung verlängert. Eine Aufseherin kommt herbei, um das
mitzuteilen. Darauf fragt Annika:"Bist Du zufrieden mit dem Ergebnis?"
Florence erwidert:"Ja, bin ich. Das ist eine richtig harte Bestrafung,
wie ich sie verdient habe, wenn ich schon kein Todesurteil bekomme."
Dann sagt Annika mahnend:"Aber Du mußt Dich von jetzt an beherrschen.
Ich werde ein Auge auf Dich haben. Und bei Ubungo habe ich einen
ordentlichen Tritt verpaßt. Dafür lasse ich mich gerne bestrafen."
Am
Abend werden einigen Peitschenhiebe verabreicht. Denn Florence ist nach
ihrer Gewalttätigkeit von einigen
Mitstràflingen wüst beschimpft worden. Annika wurde von ein paar mit
Hexenknecht beschimpft. Doch sie beherrscht sich. Andere haben Ubongo
beschimpft ,bespuckt und im Vorbeigehen ihm eine Ohrfeige verpaßt, als
er zur Hinrichtung abgeführt worden ist. Doch Florence bekommt vierzig
Peitschenhiebe. Um auch die Brust zu erreichen, wird die Verbindung
zwischen Hand- und Fußeisen gelöst. Nach zehn verabreichten Hieben weint
und wimmert sie. Immer wieder sind Schmerzensschreie zu hören. Als sie
wieder in den Käfig zurückgesteckt wird, nachdem man ihre Wunden
abgewaschen hat, zittert sie ein wenig und stöhnt noch für einige
Minuten vor Schmerzen. Annika nimmt ihre zehn Hiebe ganz still hin.
Abends erzählt sie Florence dann:"Arme Florence. Ich hätte gerne für
Dich alles ausgestanden." Florence erwidert:"Weißt Du, ich hab's
verdient. Sonst
lerne ich es nie, mich im Zaum zu halten."
Eines
Sonntags werden Annika und Vera von einer
Aufseherin gerufen, daß sie kommen sollen, weil Besuch auf sie wartet.
Sie wundern sich, wer das sein könnte. Ihre Familien sind doch nicht
gekommen. Dann erkennen sie die eine einheimische Frau und zwei
einheimische Männer, welche sie bei den Arbeiten in der Stadt immer
treffen. Die Frau sagt dann:"Na, da seid Ihr ja. Ihr seid so
liebenswert, daß wir dachten, wir besuchen Euch am Sonntag. Wir haben
schon alles abgesprochen. Wir nehmen Euch jetzt für drei Stunden mit und
zeigen Euch die Umgebung und machen ein Picknick. Weil Ihr Euch so gut
führt, war man einverstanden." Annika und Vera sind zu Tränen gerührt
und umarmen alle drei, wie es mit Handeisen möglich ist und geben ihnen
einen Kuß. Dann sagt Vera:"Aber wie kommen wir als Europäer zu der
Ehre?" Dann antwortet ein Mann:"Wir haben Euch einfach gern. Ihr seid
nicht diese überheblichen Europäer, die sich wundern, daß sie auf einmal
für
Straftaten hier hart bestraft werden. Ihr seht
Eure Fehler ein und wir glauben, das war ein blöder Fehltritt. Kommt
jetzt mit." Dann melden sich Vera und Annika noch ab und bedanken sich.
Es folgen im Laufe der Zeit weitere Besuche von ihnen.
Schließlich
ist wieder die Zeit, wo die Familie von Vera oder Annika zu Besuch
sind. Sie haben abgesprochen, daß beim Besuch einer Familie beide
Mädchen zum Besuch willkommen sind. Die beiden Familien haben sich durch
die Haft der beiden angefreundet. Diesmal kommt Annikas Familie. Es
fließen wieder Tränen und alle umarmen sich sehr ausgiebig. Dann meint
die Mutter:"Ihr seht gut aus. Anscheinend ist die Verpflegung nicht so
schlecht. Werden die Sträflingshemden gewaschen?" Annika antwortet:"Ja,
zweimal in der Woche müssen wir die Sträflingshemden waschen. Wenn sie
dann anfangen, abgenutzt aussehen, gibt es ein neues. Einige
einheimische Sträflinge haben uns erzählt, daß sich in den letzten
Jahren einiges besser geworden ist. Früher habe es
gar keine Körperreinigung und kein neues Sträflingshemd und auch keine
Sauberkeit gegeben haben. Das muß ja richtig widerlich gewesen sein.
Aber es ist richtig, daß Sträflinge es nicht so bequem haben
sollten
wie bei uns in Deutschland. Es ist auch ganz gut, daß durch die
strengeren Urteile hier keine üblen Verbrecher sind. Die sind in anderen
Lagern. Inzwischen verstehe ich die Haltung hier. Bei strengen Strafen
kann man sich sicher im Land fühlen."
Der Vater antwortet:"Wir sind
eben ein Industrieland, wo Menschen milder behandelt werden. Aber gut,
daß Ihr Euch anscheinend mit bei diesen ärmlichen Zuständen
zurechtkommt. Wir hätten Euch gerne wieder in der Nähe."
Darauf
meint Vera:"Ich wäre manchmal auch wieder gerne in Bonn. Aber
andererseits habe ich hier im Lager einige Freundschaften geschlossen.
Sogar ein paar Einheimische waren uns besuchen, nachdem wir sie immer
bei Arbeiten in der Stadt getroffen haben. Wir waren so
gerührt, daß sie Europäer so gerne haben, daß sie uns besuchen. Uns hat
es leidgetan, wie die junge Französin Florence für ihren Gewaltausbruch
gegen drei Sträflinge, die eine Frau, die zur Hinrichtung geführt
worden ist, beschimpft haben, bestraft worden ist. Sie hat zwanzig
Peitschenhiebe bekommen und mußte zwei Wochen im engen Käfig verbringen.
Wir waren aber beeindruckt, wie sie es hingenommen hat. Sie meinte, daß
sei für sie eine gerechte Bestrafung gewesen."
Darauf die
Mutter:"Euch muß man einfach gerne haben. Ihr seid auf falsche Wege
gekommen. Das heißt aber nicht, daß Ihr nicht liebenswert seid. Ihr seid
ja keine Verbrecher gewesen. Was die mit Florence gemacht haben, ist
schon Folter."
Dann Annika:"Nach europäischen Maßstäben ja. Die
meinen hier, Ausschreitungen gegen andere dürften auf keinen Fall
geduldet werden. Sonst breche die Ordnung im Lager zusammen. Was erzählt
wird, waren Bestrafungen hier willkürlich und
für kleinste Anlässe. Es tut uns leid, wie wir zu Hause gelebt haben."
Der
Vater erwidert:"Ist schon gut. Wenigstens habt Ihr Eure wohl sehr harte
Lektion gelernt." Vera und Annika gehen mit Annikas Eltern noch zwei
Stunden in die Stadt und kommen dann wieder ins Straflager. Den Eltern
ist es ein wenig unangenehm, mit ihnen in Sträflingshemd und in Ketten
in der Stadt unterwegs zu sein. Doch sie müssen sich überwinden, weil
diese Kleidung Pflicht ist. Ein wenig legt sich das unangenehme Gefühl,
als Vera und Annika von einigen vorbeigehenden Einheimischen gegrüßt
werden, als seien sie gewöhnliche Bürger. Doch die verächtlichen Blicke
und Bemerkungen sind für sie umso unangenehmer. Darauf antworten sie mit
Selbstbewußtsein, daß sie Menschen sind, die große Fehler gemacht haben
und stolz darauf sind, die Strafe dafür zu tragen, wobei sie mit etwas
Stolz auf ihre leicht glänzenden Hand- und Fußeisen vorzeigen.
So
vergehen fünft
Jahre im Straflager. Eines Tages wird Annika und Vera mitgeteilt, daß
sie sich als so vertrauenswürdig erwiesen haben, daß man ihnen die Hand-
und Fußeisen abnehmen möchte. Doch sie antworten, daß sie sie behalten
wollen. Mittlerweile tragen sie sie mit Stolz als Zeichen, daß sie für
ihren Fehltritt die Verantwortung tragen. Darauf antwortet der leitende
Aufseher, daß man sie ihnen nicht gegen den Willen abnehmen werde. Das
monatliche Taschengeld wurde schrittweise auf 30.000 CFA-Francs
monatlich erhöht. Zu Weihnachten kommt immer eine Familie zu Besuch. Für
die Kinder in der Verwandtschaft geben sie einige CFA-Franc-Scheine
mit. Die Familien von Annika und Vera lernen auch Gabilo, Mbarena und
Kibisho aus der Stadt kennen.
Dann sind die 10 Jahre um, wo
Annika und Vera die Begnadigung beantragen können. Sie sind sich
unsicher, ob sie es tun wollen. Einerseits sind sie traurig, hier in
Westafrika einige zurücklassen zu müssen.
Andererseits wollen sie wieder in der Nähe ihre Familie sein. Die
allerbeste einheimische Freundin im Straflager, Nubunja, will ebenfalls
ihre Begnadigung beantragen und dann eine Zeitlang in Deutschland
arbeiten. Sie hat davon gehört, daß viele Afrikaner auf öffentlichen WCs
als Reinigungs- und Aufsichtskräfte arbeiten. Dann beschließen sie, daß
sie alle drei die Begnadigung beantragen. Sie schreiben in den Brief an
das Gericht, daß sie einen schweren Fehltritt getan haben und nun ihre
Lektion aus dem Straflager gelernt haben. Sie wissen nun, wie man sich
in der Gesellschaft zu verhalten habe. Dann werden sie zum Gericht
bestellt. 50 km Fußmarsch sind angesagt, wie nach dem Urteil. Sie
erscheinen vor dem Richter, welcher schließlich verkündigt:"Ich habe
einen Bericht des Lagers 23 vorliegen, wonach ihr Euch einwandfrei
geführt habt. Gut, bei Annika Wielers war ein Vorfall gegen diesen
Vergewaltiger. Aber das ist nichts gegenüber der
tadellosen Führung im Straflager. Also der Rückmarsch zum Lager 23 ist
morgen und dann werdet Sie umgehend in die Freiheit entlassen. Bei
Ubunja ist die Freude grenzenlos. Bei Annika und Vera mischt sich die
Freude mit Wermutstropfen. Einerseits werden sie wieder in der Nähe
ihrer Familien sein. Andererseits müssen sie hier einige, mit denen sie
Freundschaften geschlossen haben, zurücklassen.
Am Abend in der
Hütte weinen Annika und Vera ohne Unterlaß, sowohl aus Freude, wieder in
die Nähe ihrer Familien und Freunde in Deutschland zu kommen, als auch
aus Trauer über das Zurücklassen der Freunde hier. Sie versprechen, daß
sie von Deutschland schreiben wird und auch Bilder aus Deutschland
schicken wird. Ihren Freunden verspricht sie, daß sie, sobald sie frei
sind, sie in Deutschland besuchen dürfen. Ihre Eltern seien nicht arm
und könnten ihnen Flugscheine bezahlen. Am nächsten Morgen werden sie
zur Entlassung ins Büro des
Lagerleiters gerufen. Er sagt:"Gute Heimreise. Wir werden Euch hier
vermissen. Also dann mal runter mit den Hand- und Fußeisen. Ihr bekommt
jetzt ein neutrales Kleid. Wollt Ihr Schuhe?" Darauf sagen Annika und
Vera wie im Chor:"Nein!" Dann Vera:"Wir liebten es schon immer, barfuß
zu laufen. Schuhe sind unbequem. Wir werden barfuß hier herausgehen. Und
wir wollen alle beide als Andenken die Hand- und Fußeisen
sowie die
Sträflingshemden mit nach Hause nehmen." "Natürlich dürft Ihr das als
Andenken mitnehmen. Also, guten Flug nach Deutschland. Auf Wiedersehen.
Oh nein, hoffentlich nicht!". Dann umarmen beide noch den Lagerleiter
und verabschieden sich von den Mitsträflingen, wobei viele Tränen
fließen. Sie bekommen noch 1.200.000 CFA-Francs ausgehändigt, das sind
rund 2.000 Euro.
Sie verbringen noch drei Wochen zu Hause bei
Gabilo, bis sie nach Deutschland zum Flughafen Frankfurt/Main abfliegen.
Mbarena und Kabisho kommen täglich zu
Besuch. Dann kommt der Tag des Abflugs. Auch beim Abschied von Gabilo,
Mbarena und Kabisho fließen wieder viele Tränen. Wie durch ein Wunder
hat Ubunja eine Aufenthaltsgenehmigung für zunächst drei Jahre bekommen,
obwohl sie Sträfling gewesen ist. Vielleicht deshalb, weil sie vorher
einen Abschluß als Ingenierin gemacht hat, bevor man sie mit Drogen
erwischt hatte. Sie fliegt mit den beiden nach Deutschland, wo sie erst
einmal bei Veras Familie wohnt.
In Bonn angekommen, erleben
Annika, Vera und Ubunja einen Kulturschock. Alles läuft viel hektischer
ab und die vielen wohlhabenden Leute mit teuren Autos und teure Kleidung
an manchen Körpern. Zu Hause erwartet sie ein herzlicher Empfang durch
die Familien. Alle sind glücklich, Annika und Vera wieder in ihrer Nähe
zu haben. Alle drei, Annika, Vera und Ubunja schlafen die erste Zeit in
einem Bett. Die erste Zeit ist schwierig für sie. Jeden Tag selbständig
entscheiden, was sie machen
werden. Ein paar Freunde von Annika und Vera wollen von ihnen nichts
mehr wissen wegen ihrer Straffälligkeit. Sie wünschen sich in dem
Augenblick zurück ins Lager 23 in Westafrika. Ubunja ist auch
erschrocken über die Gleichgültigkeit und Kaltherzigkeit vieler
Menschen, selbst wenn man ein Gespräch beginnen will. In Westafrika
zeigen die Menschen entweder offen ihre Ablehnung oder ihre Zuneigung,
aber es gibt kaum diese Gleichgültigkeit und Namenlosigkeit.
Sie
lernt auch die Schattenseite des hohen Lebensstandards kennen, nämlich
das selbst alltägliche Dienstleistungen recht teuer sind, was Bürger mit
niedrigem Einkommen zu schaffen macht. Sie meint, daß alles Alltägliche
in ihrer Heimat wenigstens billig ist. Freizeitgestaltung koste in
Westafrika so gut wie kein Geld, weil man sich einfach zusammensetzt und
Volkslieder singt oder zusammen spielt. Ubunja findet es sehr seltsam,
daß das in Deutschland fast gar nicht üblich ist. Wer
andere kennenlernen möchte, muß aus Gruppenzwang oft etwas mitmachen,
was Geld kostet.
Vera und Annika laufen in Bonn barfuß und mit
knielangem Kleid, solange das Wetter es zuläßt. Sie laufen auch noch im
November durchweg so durch die Gegend und ernten erstaunte Blicke.
Erstaunte Blicke sind sie aus der Lagerzeit gewohnt.Sie ertragen es ohne
Arbeit nicht mehr und suchen nach Arbeit. Sie bewerben sich für eine
Ausbildung in der Entwicklungshilfe. Sie erwähnen im
Vorstellungsgespräch die Lagerzeit in Westafrika. Sie hätten dort
Selbstmaßregelung und hart Arbeiten gelernt. Die Arbeitgeber sind
tatsächlich überzeugt und stellen sie ein. Bis dahin arbeiten sie als
verschiedene Aushilfskräfte in der Landwirtschaft und als Bedienung in
der Gastwirtschaft.
Ihre Verwandten sind erstaunt über das
Verhalten von Annika und Vera. So kannten sie sie bisher nicht. Sie
glauben, daß die harte Lagerzeit sie zu jungen Frauen mit Fleiß und
Durchhaltevermögen geformt hat. Wer weiß, ob das so gekommen wäre, wenn
sie im deutschen Gefängnis gelandet wären. Jetzt glauben sie, daß das
Arbeitslager für sie eine wertvolle Erfahrung gewesen ist. Ubunja sieht
sich einigen Vorbehalten wegen ihrer afrikanischen Herkunft gegenüber.
Sie meint etwas bissig, daß die Türken hier ihre Viertel haben, wo sie
bei Landsleuten arbeiten können. Schließlich wird sie als Klofrau in
einem Kaufhaus eingestellt. Besser als nichts und weniger beliebte
Arbeit kennt sie schon aus dem Lager. Zur Macht und anderen
unauffälligen Gelegenheiten tragen Annika und Vera die Hand- und
Fußeisen aus dem Lager, weil sie sich nach den Jahren in ihnen
wohlfühlen. Das ist für sie ein Stück Erinnerung an das Lager und die
Freunde dort. Die Hand-
und Fußeisen sowie die Sträflingshemden hüten die beiden wie einen Schatz, was die verbliebenen Freunde aus Bonn kaum verstehen.
Florence
schreibt an Annika,Vera
und Ubunja: Liebe Vera, Annika und Ubunja, Es ist eine 16-jährige
Engländerin neu gekommen, die sich mit mir angefreundet hat. Ich habe
mich jetzt mehr unter Gewalt. Ich will nie wieder von Westafrika fort,
denn an Frankreich bindet mich nichts mehr. Ich weiß noch nicht, ob ich
um Begnadigung ersuchen soll. Einerseits weiß ich nicht, ob meiner
Entlassung überhaupt zugestimmt wird. Dann fürchte ich, daß ich in
Freiheit wieder zu einem Leben in Gewalttätigkeit und Straffälligkeit
zurückfallen werde. Der Lageralltag mit der Arbeit, der allgegenwärtigen
Gemeinschaft und den Bestrafungen gibt mir einen sicheren Halt fürs
Leben, den ich so nötig habe. Diesen strengen Alltag gibt es im
französischen Gefängnis nicht. Die Hand- und Fußeisen vermitteln mir
einen fühlbaren Halt. Mein Sträflingshemd und die Hand- und Fußeisen und
sogar Striemen der Peitsche trage ich mit großem Stolz. Leute, die
verächtliche
Blicke und Bemerkungen loswerden,
sollen mich am Arsch lecken. Sie wissen nicht, wie es ist, ein leicht
zu Dummheiten verführbarer Mensch zu sein. Wenn man sich als
freundlichen Menschen zeigt, wird man von anderen in der Stadt auch
freundlich angesprochen. Das kennt Ihr doch. Bitte denkt an mich. Eure
Florence."
Während ihrer Arbeit in der Entwicklungshilfe sind
Annika und Vera immer wieder zu Besuch in Westafrika. Bei ihren Besuchen
im Lager 23 freuen sich viele riesig. Auch in der Stadt freuen sich ein
paar Leute jedesmal so sehr, sie wiederzusehen. Ubunjas Talent im
Ingenieurwesen wird eines Tages von einem Unternehmen entdeckt und als
solche eingestellt. Von ihrem Gehalt schickt sie Geld zu ihren
Verwandten nach Westafrika. Aber auf Dauer will sie nicht in Deutschland
bleiben. Die allzeits grüne Landschaft gefällt ihr außerordentlich gut.
Doch ohne ihre Freundinnen Annika und Vera hätte sie es hier in der
Gesellschaft nie ausgehalten.
Story von A.D.
Montag, 7. November 2011
Paulette im Kerker
Georges Pichards Heldin Paulette bittet darum von ihren Ketten befreit zu werden . Wir wissen nicht wie lange sie schon in dem Kerker angekettet ist , aber eine Nacht wird sie schon noch hier verbringen müssen
In Handschellen in der Ausnüchterungs-Zelle
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